Brut

Hat es schon vor der Unsrigen derart mächtige «vaterlose Gesellschaften» gegeben? Man bedenke, daß sich das Leben die perfekt regulierten Sozialsysteme immer als weiblich dominiert dargestellt hat: Die Wanderameisen, Bienen und Termiten; das afrikanische “ground mole” und die Elefanten.  Bienenfleiß und Blütenzauber – das braucht die Verehrung des Vaters nicht, das wird chemisch gesteuert. Mehr ist das doch garnicht der Brutpflegeinstinkt. Beinahe können wir solche direkt chemische heute auch mit uns Menschen erreichen. Ist die Gott-Vater-Verehrung nur ein beschönigender Mythos. Ein Zurechtgemachtes, das über dem Tatsächlichen ausgebreitet ist - der Schleier von Sais. Haben nicht schon die Frauen im frühen Sumer, ihre Männer mit Zaubertrank – dem zufällig gefundenen Bier auf dessen sich die allerersten schriftlichen Zeignisse der Menschheit beziehen — an sich gebunden. So wie heute noch die Nomadinnen Zentralasiens den größten Aufwand treiben die Versorgung mit vergorener Pferdemilch immer zuerst zu sichern. Die Väter, die den Männlichkeitskult zum Gipfel getrieben haben – die kann man nicht vergessen: auch wenn wir Deutschen gern alles daran setzen, die Untaten, die aus diesem Kult resultierten ungeschehen zu machen: Der Kult der Heldentreue und die Gefolgschaftsphantasien hat durch-und-durch-Anständige zu Unholden gemacht, die nur noch von Ehrsucht und Beförderungsnöten getrieben waren. Unsere Väter, die würden wir am liebsten vergessen – wie sollen wir die denn ehren: Aber es geht doch, der Schlächter von Austerlitz wird immer noch – von manchen – als der große Einiger gesehen, dem es gelang dem Anarchischen Reih-und-Glied zu verschaffen: Auf Vordermann bringen, das gilt immer noch als positive Handlung.