DerLetzteMensch

I»Was soll das darstellen?«  Es ist »Der letzte Mensch«; »Der Mann das gewalttätige Schwein, im Kampf mit dem Vorletzten gewalttätigen Misthund«.  So  habe ich damals 1965 voraussehen müssen und so sehe ich das heute, noch mehr.  Keine Frauen, kein Leben sonst. Nur noch Zerfetztes, Chaotisches.  Die letzte Wolke ein Kondensstreifen. Ich habe also  mein Leben ganz auf Aussichtslosigkeit gebaut.  Alle Regeln widerlegt, außer der, daß Zerstörung unausweichlich sei.  Aber wenn ich nun zurück schaue, dann sehe ich doch auch, daß ich Hoffnungen hatte: Hoffnungen über die man nicht sprechen kann.  Die Hoffnung, das was zerstört wird, durch ein Besseres neu zu gestalten.  Aber darüber kann man nicht sprechen, weil  es in der Zukunft liegt -- nicht spruchreif ist.  Denn wenn man spricht, dann legt man sich fest.   Ist eingebunden in das was aus Erfahrungen schon in Worte formuliert werden konnte. Nach einer Formel leben schließt aber das eigene schöpferische aus. Daß ich mich nicht festlegte, ist  der Grund dafür, daß ich hier angekommen bin: Meine geheimsten ungenannten Wünsche doch  erfüllt sehe. Natürlich geht es mir so gut, weil die Anderen Aufbauarbeit leisteten, die mir Grund  und Grundlage wurden. Als Randfigur kann ich mir der Dinge bedienen, von denen sie lebten.  Selbst wenn es alles »zurechtgemacht« ist und bloß Vorwand, muß dieser Austauschvorgang  bestimmten Regeln folgen.  Ich komme auf diesen Satz weil ich bei meiner Arbeit an den Sprüchen von 1992 auf einen Scheinradikalismus gestoßen bin, der in allen Regeln »das Böse schlechthin« sichtbar zu machen scheint. Es geht aber gar nicht um die Regeln. Es geht um die Menschen. Es geht um einen bestimmten Typus Mensch, der sich zur Förderung seiner persönlichen Getriebenheiten der Regeln so bedient, daß sie zum Nachteil aller Anderen werden.   Es ist aber nicht mein Haß gegen irgendwelche Formen von Erfolg, der mich so denken läßt. Ich sehe, daß sich viele gar nicht bewußt sind, in welchem Maße sie sich selber mit der Maske verwechseln, die sie sich aufsetzen.

... so bin ich »gerechtfertigt« auch wenn ich aus der Perspektive der Nachfolger des Rudolf Augstein und den hellen Köpfen die für die-Wissen-was-Sache-ist schreiben zum Verächtlichsten [So will ich ihnen vom Verächtlichsten sprechen: das aber ist der letzte Mensch.'' (Quelle: Friedrich Wilhelm Nietzsche) ] gehöre was die Welt verunreinigt:  der Obskure, mit dem Anspruch auf eine eigene Meinung ... und zwar eine Meinung, die sich immer dann in Frage gestellt sieht, wenn sie in auffälliger Weise von greifbaren Mehrheiten geteilt wird; denn dann sehe ich gleich auch die Möglichkeit, irgendwelchen verführerischen propagandistischen Thesen aufgesessen zu sein und damit dem Interesse Anderer zu dienen ..