Reproduktion

Gesellschaft beginnt mit der – im Grundsatz unauflösbaren Bindung – des Mannes an das Weib.  Wenn das sich nicht erhalten kann, gibt es keinen Grund, warum in allem Übrigen Menschen überhaupt zusammenhalten sollten. So gesehen ist zum Beispiel Friedrich Nietzsche ein verrückter Vereinzelter, wenn er behauptet, die Ehe habe ihren Sinn verloren und solle deshalb abgeschafft werden. Aber mit diesem einfachen Satz will niemand zurfrieden sein.

Die Idee individueller reproduktive Rechte ist eines der ganz großen Zeichen vom Grad des Verfalls sozialer Normen.  Dieser Verfall wird von selbst-ernannten «Progressiven» genau auf die gleiche Weise geleugnet, wie gewisse «konservative Kreise» die klimaverändernde Bedeutung von  Treibhausgasen leugnen.  Zeugung von Nachkommen ist eine eminent soziale Angelegenheit und die blindwütige Verdammung – ja sogar Kriminalisierung – arrangierter Ehen ein Zeichen dafür wie sehr uns der Instinkt dafür abgegangen ist was der Menschheit auf lange Sicht gut tut.

Individuelle reproduktive Rechte werden ja nicht nur im Zusammenhang mit der leidigen Frage der Schwangerschaftsunterbrechung vorgetragen. Jedes Jahr werden allein in den USA über 30,000 Kinder aus künstlicher Besamung geboren, wo der Sperma-Spender eine strikte und absurderweise auch noch rechtlich geschützte Anonymität beanspruchen kann. So wird Reproduktion ohne die unabdingbare Pflicht zur fürsorglichen Verantwortung der Vaterschaft gefördert. Ergänzt wird das dann noch durch steuerliche Förderung des Phänomens der Alleinerziehenden, wo «Vater Staat» für all das herhalten muß, was der abwesende Vater nicht leisten will oder nicht leisten kann.