Vater_Sohn

Aus den Wirrwarr meiner Gedanken hat sich ein Bild besonders erhalten und zwar die Vorstellung von Vater/Sohn Verhltnis, von da zu Gott.  Gestern haben wir den Film The Apostle gesehen, dessen Hauptdarsteller fr den Oscar vorgeschlagen ist: Die Geschichte eines Pentecostal Preacher der ganz und gar vom spirit of the Lord ergriffen ist, obwohl er eben auch ein schwacher Mensch ist und zum Mrder wird. Glauben knnen ist fr den nun ganz und gar kein Problem und so ist er eben auch durch und durch spirited ein vessel of the spirit of the Lord an dem sich nichts ndert wenn es ihn in die Erscheinungen des Bsen verwickelt.  Nur sein estranged wife dessen Liebhaber er mit dem baseball bat erschlgt stellt die Wirklichkeit moderner schwarz weis Rechtvorstellungen dar und sorgt dafr, da er eingekerkert wird zu ben ... und er predigt unbeirrt weiter: Die Bibel ist voll von Geschichten, die darauf hinweisen, da Rechtsvorstellungen dort murky [schlammig] werden, wo sich das Recht verknotet mit den Strebungen des Familiensinns und der Sexualitt. Immerhin war Knig David in mancher Hinsicht ein Luftikus wie man es heute dem Bill Clinton unterschiebt ... Auf jeden Fall zeigt mir der Film mit schlaglichtartiger Deutlichkeit, was es eigentlich heit, sich Lord Jesus zur Leitfigur zu whlen, wenn man nicht zu den Triebgeschwchten zhlt. Lord Jesus hat dazu nicht zu sagen, wie man sich dem Liebhaber der Ehefrau gegenber zu verhalten hat ... der hat ja bestenfalls ein besonderes Eckchen in seinem Herzen fr den hbschen Johannes ... und das kann man schn verschlossen halten, solange es nicht politisch korrekt ist aus dem closet zu treten ... Entscheiden mssen, solche Fragen stellen sich nicht, wenn man nur die andere Wange hinzuhalten braucht ...

... auf diesem Hintergrund ist es mir mit einem Mal wie Schuppen von den Augen gefallen: Alle Vater-Sohn Verhltnisse, sind Zeit-Phnomene, die eigentlich nichts mit der Idee individuellen Werdens zu tun haben ... der Vater ist da, Gott ist gegeben, die Gesellschaft vorhanden bevor sich noch Bewutsein von ich selber beim nachgeborenen Sohn herausbilden kann ... und alles was da ist ist mehr als nur Vorhandenes, ist Vollkommenheit, ist Grundwesen des ja-ja und des nein-nein ... bestimmt berhaupt erst die Grenze zwischen ja und nein ...

... was ich wahrscheinlich aus dem Film mitgenommen habe, und was ich als den Effekt der Zeit erlebt habe, das ist die Tatsache, da sich unausweichlich fr jeden die Situation des Isaak ergibt, der irgendwann allein ist und sich nicht mehr auf Abraham zurckbeziehen kann, selbst entscheiden mu ... Entscheiden, und niemals sicher sein kann, ob er nun die Stimme Gottes oder des Teufels in sich sprechen hrt.  Entscheiden mssen gar, wenn der Vater lngst nicht mehr ist und Gott in der Ferne schweigt.

... wir sind eben nicht die vaterlose Gesellschaft als die wir uns nach der groen Katastrophe in der Mitte des XX. Jahrhunderts zu definieren beliebten.  Wir sind eine Generation, eine Gesellschaft, die sich nur allzusehr der short-comings der Vtergeneration bewut ist und zwar nicht nur die Deutschen sondern generell ... und manchmal in naVver Unschuld, wenn wir von Dekonstruktionen reden und vom Paradigmenwandel und glauben, ein Besseres Verstndnis zu haben fr das was Not tut und uns deshalb die Entscheidungen der vorangegangenen Generation eher als Abschreckung und nicht mehr als gtig fhrende Leitlinie dienen ...

Waren denn nicht unsere Grten, diejenigen, die unser Weltbild von Grund auf vernderten! Und jetzt hngen wir davon ab, was die Medienzaren als das einschtzen, was die Einschaltquoten maximiert ... die wissen wohl, da sie von den Vtern nichts mehr lernen knnen, also lassen sie sich ganz vom Erwerbstrieb leiten und kommen damit an die Stelle in der menschlichen Seele, wo das Animalische, der Vernunft nicht mehr zu gehorchen braucht ... das ist viel zu fein verteilt ber ein Publikum, das nur noch in Zehnerpotenzen fabar ist ...

Groe Mnner wie Einstein, Freud, Marx und Picasso, die jeder in seinem Fachbereich grundlegende Weltbildverschiebungen vollbrachten, zu Leitlinien zu nehmen, das hat die fatale Konsequenz, die Berlinsky jetzt mit wohlgesetzten Worten beklagt, da wir Nachfolgenden auch noch eine groe Leistung auch noch eine Fundamentalverschiebung vollbringen wollen ... und wenn das auch zu Konsequenz hat, da pltzlich alles ins Schwimmen kommt, Vernunft und Verstand nicht mehr das leisten knnen, was man sich einmal von ihnen versprochen hat, weil ja die Idee des Naturgesetzes, die Idee des Strebens nach Wahrheit zu einer nicht abreienden Kette von Irrtmern, von Beliebigkeiten wird: Paradigmenwandel ... Schon im Oxford der zwanziger Jahre des XX. Jahrhunderts ... schon in Halle an der Saale, um 1890 herum hat man erlebt, wie sich auf diese Weise alles aufhebt ... nicht nur schwimmt

... Cantors Madness das Schweigen des HErrn auf die Spitze getrieben ... und dieses Schweigen dann von Wittgenstein zum letzten Fundamentalsatz erhoben:  Wovon man nicht sprechen kann, davon mu man schweigen aber eben: das war doch auch nur ein Triebgeschwchter, der so sprechen konnte ... dem war der Drang zum Handeln, der Drang sich in der Welt seinen eigenen Platz zu schaffen zutiefst suspekt ..

... die Idee, Schuld auf sich zu nehmen um vor sich selber stand zu halten: vllig abwegig

... und damit kommt man zu dem Zustand der political correctness die sich in aller Unschuld zu entfalten glaubt, und wo die Einzeltter mehr oder weniger bewut namenlos bleiben ... am schnsten dort, wo sich diejenigen, die an der Schaffung einer solchen anonymen Konsensus mitarbeiten ber bestimmte Komplexe der political correctness in erhaben kritischer Weise uern ... ohne einzugestehen, da sie damit nicht anderes tun als anonym und ohne Berufung auf irgendwelche hheren Mchte verndernd auf die political correctness einwirken.

Sich entscheiden mssen.  Der HErr schweigt und der Vater ist lngst nicht mehr und die political correctness reprsentieren, das sind ja die gegen die sich die Entscheidung richten mu.  Da entsteht dann der Zustand, wo man selber Vater wird, und Herr, HErr zumindest in diesem Moment und ber diese eine einsame Figur ...

Oh ja, die Antwort der Trger der political correctness ist eindeutig, klar und naVv ... der sich so abtrennt, das ist kein verlorenes Schaft mehr, aber dafr ein Irrer, ein Kranker, oder ein Verbrecher ... dem kann man alle Rechtansprche absprechen ... Demokratie und Marktwirtschaft, nur durch die totale Entmndigung des Einzelnen ... manchmal auch nicht ganz so fein, wie es Gter Grass in dem Verhalten seiner Heldenfigur Kongo vorfhrt, wo doch nichts bses passiert, wenn zwei consenting adults es miteinander treiben, auch wenn es einen Dritten zerstrt ... Der wird ja dadurch relativiert, da man ihn verchtlich macht ... Das knnen viel Deutsche.  Das gehrt sozusagen zur Manifestierung deutscher Kulturstandards, wie sie Reich- Ranicki und Rudolf Augstein direkt vorfhren und die feinen Herrschaften die sich um die Grfin scharen mit gekonnter Subtilitt unbemerkt von den Meisten. Verchtlich machen, das lernt jeder von den Deutsch- und Geschichtslehrern, die die Muttermilch deutschen Kulturguts weitertragen .... nur die unterschwelligen Ratteninstinkte, fein dosiert, die lt man noch durchgehen. Und man ist das, was sich Heidegger als den Gegensatz zum Eigentlichen konstruiert hat.