Vergangenheit

Das hätte ich beinahe übersehen - das dient meinem Zweck auf perfekte Weise

Armes Deutschland!

Unter dem Bösen vereint!

Auf ewig!

Ein Schatten hängt über dem Volk

den “Letzten Tagesbefehl” erfüllen: «Das deutsche Volk war meiner nicht würdig
...Es
soll untergehen»

Der Spiegel [11/2006]: Aber ohne eine Aufarbeitung der Vergangenheit....

Präsident: Václav Klaus: Vergangenheit ist Vergangenheit...
 

Der Kult des Bösen ist nicht das was man nach Feierabend zur Unterhaltung tut indem man sich irgendwelchen occultistischen Abirrungen hingibt, die sich aus mittelalterlichen Formen dieses Kultes speisen. Und natürlich ist die sexuelle Komponente dieses Kultes in den Vordergrund gerückt.  Der Kern des modernen Kultes des Bösen wird nur gestreift, indem man Bilder von Hitler und Stalin zeigt. Daß die Medien selber aber zentralen Speiseplätze dieses Kultes sind– gerade dort wo man moralische Empörung vorspiegeln kann; wo Blut fließt und der Haß zur Untat schreitet –  das kommt den Neuedlen Kultkritikern natürlich nicht in den Sinn.

Nirgendwo wird mir mehr deutlich als bei der Lektüre der Ergüsse der Neu-Edlen, wie unabdingbar dringlich die Verherrlichung des Bösen ist.  Die brauchen das, damit sie ihr eigenes Gutes umso besser herausstellen können. Die gesamte Holocaust-Mythagogik und die Enthüllungen über die verschiedenen Formen der braunen Vergangenheit in deutschen Institutionen erscheinen so in einem ganz anderen Licht. Aber es ist eben eine Verherrlichung und es ist eine Art der verzweifelten Anbetung des Bösen, die in der immer wieder vorgebrachten Publikation von Hakenkreuzfahnen und irgendwelcher Größen der Herrschaftssystems der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei zum Ausdruck kommt. Im Fluch liegt doch immer noch eine Bewunderung, denn die eigene mickrige Perspektive, die kann einfach nicht ausreichen, sich zum staatstragenden Weltsystem zu entwickeln.

Der Kult des Bösen kündigt sich ja schon lange vor der Entstehung des eigentlichen deutschen Wahsinns an.  Sigmund Freud ist so einer, der im moralisch weisen Kittel der Wissenschaftlichkeit und unter dem Vorwand der Menschheitsbeglückung gesunde und nützliche menschliche Anlagen verteufelt.  Die Ideologie der Enthemmung, mit der die Psychoanalyse an die Öffenlichkeit trat ist doch die Grundvoraussetzung für die Enthemmung die den deutschen Untaten zugrunde lag.  Der große Max Weber ist ja auch so einer, der in aller Unschuld mit dazu beigetragen hat den Kult des Bösen zu fördern, indem er als Grundprinzip aller Wissenschaflichkeit auf der »Wertfreiheit« der Analyse besteht.

Die gesamte moderne Kunst, die im Fettfilz des unsäglichen Beuys gipfelt ist auch ein Kult des Bösen und “man” rechtfertigt sich damit, die Kunst sei “gut-und-richtig” weil sie ja schliesslich vom Bösen verfolgt gewesen sei.  Man muß nur diesen Fettfilz aus der Kölner Perspektive des Herrn Beuys vergleichen, mit den Glanzbildern von Heiligen und Frommen die in der Kölner Diözese an die Schäflein verteilt werden.  Im Kampf gegen die Naumburger Drachen hat sich Nietsche natürlich auch im Kult des Bösen verirrt und Arthur Rimbaud hatte ja wohl auch vergleichbare Drachen zu bekämpfen, als er seine Sumpf-Blüten-Gedichte schrieb. Es sind gerade diese beiden verirrten edlen Jünglinge an denen man das Phänomen des Kults des Bösen studieren sollte. Mit ihnen lernt man dann vielleicht auch die inneren Haltungen der Glatzköpfe verstehen, die für die Neuedlen heute als die Fleischwerdung des Beelzebub genommen werden.